die Lust am Leid der Freude

Auf spitzen Zehen, den schmalen Grat gehen zwischen dem Gefühl des Wahnsinns und der Offenheit dem Leben gegenüber.
Was ist schlecht an dem Genuss des Schlechten, was verwerflich am bestaunen der dunkelen Seite? Wie kann man Lyrik und Prosa verknüpfen mit Abgründigem? Ist die Seele dunkel weil das Wesen danach strebt? Ist der Antrieb, aus etwas anderem als der Seele heraus motiviert?
Also sind wir Produkte unserer verderblichen Herkunft. Aus dem dunkeln, unter Schmerzen gekrochen, presst die böse Hand unsere gute Seite zu einem kläglichen häufchen Elend zusammen, das sich unter den vorgegebenen Etiketten windet und das sogenannte „Schlechte“ fürchtet.
Und so schliesst sich der Kreis. Das Böse und das Gute liegt im Auge der Evolution und somit ist es das was du mit auf den Weg bekommst. Bist Sklave der Vorgaben, des Schicksals, Kismet. Aber trotzdem flackert in jedem Moment des Aufbegehrens diese unsägliche Freude in all ihren Facetten und Spielarten auf. Und nein, ich fühle keine Schuld dabei. Es sind leichte Anflüge des Überlegens ob nun gut oder schlecht. Die Angst vor den „Gefallen“ an dem Bösen, die innere Freude am Voyeurismus. In sich lauschen und sich vergehn an der Faszination der Grausamkeit.
Um dann, da draussen bei euch, sagen zu müssen wie schlecht das allgemein geächtete Böse doch sei. Oh, ich bin froh zu sein wie ihr, so wie alle, so wie dein Nachbar. Und jeder kann es sehn. Und jeder kann es sein.
Nur manchmal, in Zeiten grösster Not, muss ich mich nicht verstellen. Muss ich auch nicht darüber reden, nichts offenbaren. Und dann, vergraben in meinem eigenen dunklen Sumpf, dann kommt ein Lächeln von ganz tief unten und ich fühle mich gut.

Über Martin P

Schon als kleines Kind habe ich bemerkt das mit der Welt etwas nicht in Ordnung ist. Hiermit nehme ich feierlich die Verantwortung dafür auf mich.
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